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August 24, 2015 / garpswelt

Dockville 2015 im Schnelldurchlauf

Top:
– Darwin Deez: Alle paar Songs unglaublich lustige Tanzeinlagen der Band, die mit der Grenze des Fremdschämens spielen, sie aber nie überschreiten. Musikalisch ein fluffiger Start ins Festival-Wochenende.

– Bear’s Den: Alle Hoffnungen erfüllt, wunderbare Melodien, wunderbare Texte, wunderbarer Auftritt.

– Son Lux: Wenn man sich ein Testbild als Musik vorstellen müsste, käme man am Ende auf Son Lux. Schräg, aber gut.

– Interpol: Wie immer unaufgeregt auf der Bühne, aber viele Songs von den ersten drei Platten, perfekte Setlist.

– Zugezogen Maskulin: Gefielen mir live viel besser als auf Platte. Klare politische Ansagen in düsteren Zeiten.

– Antilopen Gang: Gewohnt gut. Und noch mehr wichtige politische Botschaften.

– Django Django: Leider nicht ganz gesehen, aber dafür umso mehr getanzt. Vielleicht der beste Auftritt des Wochenendes.

– Young Fathers: Waren bisher an mir vorbeigegangen, interessante Mischung aus Hip Hop und Soul.

– Rangleklods: Neben Young Fathers meine Entdeckung des Festivals, die Tanzschuhe wurden zum Abschluss des Festivals noch einmal auf Hochglanz poliert.

– José Gonzalez: Schöne Melodien, schöne Lichtshow. Schönes Ende.

Flops:
– Tom Odell: Wo bin ich hier gelandet, im Bombast-Rock der 80er? Alles bis zur Unkenntlichkeit aufgebläht, mit Backgroundsängern und „Uhs“ und „Ohs“ garniert; ich hatte gehofft, dass Stadion-Rock tot sei.

– Little Dragon: Belanglos. Und mehr fällt mir dazu auch nicht ein.

– Caribou: Hallo, ist da jemand, hallo?! Ja, da waren Menschen auf der Bühne, die Töne erzeugten, alleine, bei mir kam überhaupt keine Stimmung an. Reduziert, schön und gut, aber wenn die Lichtshow weitaus aufregender ist, als die Band, wird es kritisch.

– Four Tet: Siehe Caribou. Nur auch noch ohne Lichtshow.

Alles wie gewohnt komplett subjektiv. Vielen Dank für die Aufmerksamkeit.

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August 18, 2015 / garpswelt

In der Flüchtlingsunterkunft

Nachdem ich mich heute wieder einmal über Artikel und Kommentare über Flüchtlinge aufregen musste, habe ich beschlossen, meine Wut endlich in positive Energie umzuwandeln. Etwas für Flüchtlinge zu tun, anstatt sinnlos im Internet zu diskutieren. Ein Teil unserer Gesellschaft scheint Argumenten tatsächlich nicht mehr zugänglich zu sein. Das macht mir Angst, dürfte aber einen eigenen Blogpost füllen.

In Bremen hat sich die „Flüchtlingshilfe Bremen“ über Facebook gegründet, die mit vielen Flüchtlingsunterkünften täglich in Kontakt steht und den Bedarf täglich auf ihrer Seite erneuert. Ich entschloss mich der Unterkunft an der Universität am NW 1 zu helfen, nahm Kontakt zur „Flüchtlingshilfe Bremen“ auf und bekam postwendend eine Antwort. Bei Thalia erstand ich jeweils ein Wörterbuch für die arabische, die persische und die albanische Sprache. Für die kurdische war leider keines zu haben. Aufgrund meines Kaufes rechnete ich minütlich mit der Zuteilung eines eigenen Schlapphutes des Verfassungsschutzes, aber entweder bin ich entkommen oder er hat sich bisher gut getarnt. Bei Rossmann schnappte ich mir benötigtes Deo und Rasierschaum und schleppte die 20 Dosen zur Kasse. Die Kassiererin wies mich zunächst darauf hin, dass Sonderangebote lediglich in haushaltsüblichen Mengen abgegeben werden. Als ich entgegnete, dass die Sachen für eine Flüchtlingsunterkunft seien, meinte sie nur „Ach so!“ und begann sofort zu scannen. So kann es also auch laufen, danke Rossmann.

Mit der Straßenbahn fuhr ich zur Universität und ging die wenigen Meter zum NW 1. Gerade als ich mich fragte, wo denn hier eine Unterkunft sein soll, tauchten hinter dem Gebäude riesige weiße Zelte mitten auf der grünen Wiese auf. Es gibt keine vernünftigen Zufahrten, der Weg ist nach zwei Tagen Dauerregen schon recht schlammig. Angesichts des anhaltenden Regens waren um die Unterkunft kaum Menschen zu sehen. Mir fiel spontan ein, dass ich das ja von verregneten Festivals kennen, da sitzt man auch überwiegend im Zelt oder unter dem Pavillon. Nur, dass das hier für die Flüchtlinge kein Festival ist. Das ist alles, was sie derzeit noch im Leben haben. Direkt am ersten Zelt standen und saßen einige Menschen, die mich freundlich mit „Hallo“ oder „Guten Tag“ begrüßten. Als ich auf Englisch nach einem Büro fragte, zeigte ein Flüchtling lächelnd auf einen Security, der sich dem Eingang näherte. Ich erklärte ihm mein Anliegen, er schloss das Büro auf und verstaute meine Spenden. Ein Junge ließ es sich nicht nehmen, sich kurz in das Büro zu schleichen, um zu sehen, was sich in meinen Tüten befand. Lachend zeigte der Security ihm die Sachen und erklärte ihm, dass wie immer alles von der Büroleitung verteilt wird. Alle Flüchtlinge verabschiedeten mich mit einem „Danke“ und „Bye“. Und das war es auch schon, ich trat meinen Heimweg an. Hilfe kann fürchterlich umspektakulär sein. Ich habe mich nicht eine Sekunde aufgrund der Menschen unwohl in und um die Unterkunft gefühlt, alleine aufgrund der Umstände. Dass ich nun zurück in meine trockene Wohnung fahre. Mit richtigen Wänden. Einem richtigen Bad. Einem richtigen Dach.

Der erste Schritt hat mich ermutigt zu versuchen, mich in den nächsten Wochen stärker in der Flüchtlingshilfe zu engagieren. Ich werde es vermutlich nicht durchhalten, gar nicht mehr mit Betonköpfen im Internet zu diskutieren. Und werde Rassisten dort weiterhin als Rassisten benennen. Aber das hilft keinem Flüchtling vor Ort. Wut und Ohnmacht in positive Energie umwandeln.

August 13, 2015 / garpswelt

#mixtapemit16

Hier kommt nun auch mein Mixtape mit 16. Die Songs entstammen überwiegend dem Jahr 1994, lediglich ein paar ältere Songs befinden sich darunter, die ich auch heute noch auf ein Mixtape nehmen würde.

A-Seite

Pearl Jam – Jeremy

Soundgarden – Black Hole Sun

Green Day – Basket Case

The Offspring – Self Esteem

Blur – Girls and Boys

Oasis – Supersonic

Suede – Animal Nitrate

Manic Street Preachers – Motorcycle Emptiness

Live – Selling the Drama

Bon Jovi – If I Was Your Mother

B-Seite

Warren G feat. Nate Dogg – Regulate

2Pac – Keep Your Head Up

Wu-Tang Clan – Wu-Tang Clan Ain’t Nuthing Ta Fuck Wit

Beastie Boys – Sabotage

Mary J. Blige – I Love You

En Vogue – My Lovin‘ (You’re Never Gonna Get It)

TLC – Creep

Brandy – I Wanna Be Down

Toni Braxton – Another Sad Love Song

Don Henley – The Boys of Summer

Juli 25, 2013 / garpswelt

Werder Bremen von Garpswelt

Mein Verein. Dein Verein. Unser Spiel.

Ich bin ein Fischkopp. Ich muss zugeben, dass ich bis heute nicht verstanden habe, wieso ich einer bin, da Bremen doch einige Kilometer von der Nordseeküste trennen, aber so sei es. Fußball saugte ich mit der Muttermilch auf. Mein Vater verfolgt bis heute das Geschehen am Wochenende nur beiläufig bis widerwillig, während meine Mutter von Freitag bis Sonntag die 1. Bundesliga am Fernseher verfolgt. Es war daher für mich immer selbstverständlich, dass auch Frauen glühende Fans eines Vereins sein können; umso überraschter war ich, als ich in der Schule und bis in die später 90er Jahre auch im Stadion erfahren musste, dass diese Meinung nicht von allen geteilt wurde. Vereinzelt trifft man noch heute auf solche Betonköpfe.

Meinen Verein suchte ich mir nicht aus, er passierte mir einfach. Ich wurde vor 35 Jahren in Bremen geboren und lebe noch heute hier; an wen hätte ich mein Herz verlieren sollen, wenn…

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März 16, 2013 / garpswelt

Keine Alternative für Deutschland

Im April soll also die neue Partei „Alternative für Deutschland“ gegründet werden. Einziger Programmpunkt: Schwache Staaten raus aus dem Euro, Einführung eines „Nord- und Süd-Euro“, Deutschland stärken.

Schauen wir uns die Damen und Herren, die sich auf ihrer FB-Seite „Verleumdungen in den einschlägigen linksextremistischen Blogs“ verbitten doch mal ein wenig genauer an. Kritik äußern u.a. die bekannten Linksextremen wie die Süddeutsche oder die Tagesschau. Und Publikative zitiert einen der zukünftigen Politiker der Alternative für Deutschland mit einem seiner „schönsten“ Tweets: „Multi-Kulti-Gen führt zu Muta­tio­nen und damit zu Krank­hei­ten, die vor­her bei Rein­ras­sig­keit nicht vor­han­den waren. Wis­sen­schaft­lich erwiesen“.

Alternative für Deutschland? Keine Alternative für niemanden.

Dezember 14, 2012 / garpswelt

Auf der A 378 kann es zu Behinderungen kommen

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Tja, der Wille war da, aber die Erholung stärker. Nun habe ich mich auf Sri Lanka so gut erholt und so viel erlebt, dass ich gar nicht zum Bloggen gekommen bin. Dies wird in den kommenden langen und kalten Winternächten nachgeholt. Großes Elefantenehrenwort.

November 30, 2012 / garpswelt

Akkla… Akklipp… Akklippapp… Eingewöhnung halt

Der zweite Tag des Urlaubs neigt sich dem Ende. Langsam gewöhnt sich mein Körper an die Tagestemperaturen von 31 Grad und die Nachttemperaturen von 24 Grad. Die Klimaanlage im Zimmer hilft hierbei natürlich.

Sri Lanka empfing mich nach einer Nacht nahezu ohne Schlaf am Donnerstag um 4.45 Uhr, 23.15 Uhr europäischer Zeit. Ich konnte trotz der Dunkelheit vor dem Flugzeugfenster meinen Körper leider nicht davon überzeugen, dass Nacht ist und wir schlafen sollten. Immerhin habe ich nun Men in Black 3, Madagaskar 3 und Prometheus gesehen (für jemanden wie mich, der zuletzt in Kino gewesen ist, als MySpace noch populär war, ist das eine große Sache). Die Einreise dauerte knapp eine Stunde, auch wenn ich selbst nur wenige Minuten am Schalter zubringen musste. Der Flughafen von Colombo (der sich vor den Toren der Stadt befindet) war schon erstaunlich belebt. Ich brauchte einige Zeit, um meinen Fahrer zu finden, der mich über zahllose Parkplätze zu seinem Kleinbus lotste. Hierbei machte ich das erste Mal Bekanntschaft mit dem Autoverkehr auf Sri Lanka, der sehr… anders ist. Der überwiegende Teil der Strecke zwischen dem Flughafen und meinem Hotel besteht immerhin aus einer Straße. Diese ist eigentlich einspurig und verfügt weder über Radweg noch Fußweg. So tummeln sich LKW, Busse, Autos, Tuk-Tuks, Motorräder, Fahrräder und Fußgänger alle zugleich auf der Fahrbahn, bisweilen in Viererreihe. Pro Fahrspur. Als wir in einer Kurve einen Kleinlaster links überholten (auf Sri Lanka herrscht Linksverkehr!) fragte ich den Fahrer, ob er viele Touristen kenne, die sich hier ein Auto mieten, da der Verkehr doch eher außergewöhnlich sei, was er lachend verneinte. Ich fühlte mich jedoch erstaunlicherweise keine Sekunde unwohl oder unsicher, das organisierte Chaos schien einfach dazuzugehören.

Gegen 7 Uhr erreichten wir mein Hotel, das mich mit einem Drink und feuchten Tüchern zum Erfrischen begrüßte. Mein Zimmer war angesichts der Uhrzeit leider noch nicht bezugsfertig, ich durfte mich jedoch mit Kaffee und dem Frühstücksbuffet über Wasser halten. Das singhalesische Essen kann man sehr vereinfacht mit den Worten „Curry mit irgendwas“ zusammenfassen. Zu jeder Tageszeit. Ich kenne keine regionale Küche, die so viel warme Speisen bereits zum Frühstück bereithält. Die landestypischen Frühstücksgerichte habe ich noch nicht ausprobiert, sondern bin bei meinen heißgeliebten Pancakes hängengeblieben. Aber ich habe ja noch einige Tage vor mir.

Um 10 Uhr durfte ich mein Zimmer beziehen, das zum Haupthaus gehört. Dieses ist maximal zweistöckig und zu den Enden einstöckig auslaufend. Ich habe ein Zimmer am Ende des Haupthauses erwischt, so dass es sich mehr nach einem Bungalow anfühlt. Wenn ich auf die Terrasse trete, stehe ich sofort im Sand und drei Schritte später am Meer. Die See ist rauh und das Ufer von Steinen gesäumt, die die laute Brandung auffangen. In der ersten Nacht war das Geräusch der wogenden See zunächst sehr ungewohnt, ich erwartete jeden Moment eine Welle in meinem Zimmer, auch wenn mein Kopf eigentlich genau weiß, dass das Wasser nicht bis zu meinem Zimmer hoch reicht. Gegen Mittag forderten der Schlafmangel und die hohe Luftfeuchtigkeit ihren Tribut, wie auch den Rest des gestrigen Tages, den ich in der Folge nahezu komplett verschlief, von einem Aufenthalt am Pool, einem Erkundungsgang und dem Abendessen einmal abgesehen.

Heute habe ich einen faulen Tag am Pool verbracht und gelesen. Zudem habe ich mir Ausflugstipps von anderen Urlaubern geben lassen und vor allem, wo man die Ausflüge buchen sollte. Der Reiseveranstalter schnitt hierbei miserabel ab, so dass ich meinen ursprünglichen Plan, die Ausflüge mit unabhängigen Touranbietern durchzuführen, beibehalten werde. Der Strand am Hotel ist öffentlich, so dass alle paar Meter Anbieter ihre Dienstleistungen offerieren, die von Massagen über Ayurveda über Bootstouren bis zu Zweitagestouren zu kulturellen Höhepunkten Sri Lankas reichen. Die Preise zeugen von der Armut des Landes. Eine Ganzkörpermassage kostet umgerechnet weniger als 13 Euro, eine Kopf- und Nackenmassage um die 4 Euro. Man wird als Tourist daher regelmäßig angesprochen, jedoch auf keine unangenehme Art und Weise. Die Singhalesen scheinen von Natur aus offen und neugierig, ohne hiernach immer gleich die Hand aufzuhalten und nach Trinkgeld zu fragen. Inzwischen glaube ich, dass nicht das Wetter die größte Umstellung darstellen wird, wenn ich nach Hause komme, sondern das Verhalten der Menschen. Trotz eines Durchschnittslohnes von 30-40 Euro pro Monat treten die Singhalesen fröhlich und freundlich jedem gegenüber, so dass ich ins Grübeln komme, ob ich mir nicht ab und zu ein „mimimi“ zukünftig verkneifen sollte.

Morgen wage ich mich in der etwas geschützten Bucht das erste Mal ins Meer und werde meinen ersten Ausflug in Angriff nehmen.

Bis dahin, ayubowan.

PS: Eigentlich sollte hier noch ein Foto hin, aber WordPress zickt gerade ein wenig.