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November 30, 2012 / garpswelt

Akkla… Akklipp… Akklippapp… Eingewöhnung halt

Der zweite Tag des Urlaubs neigt sich dem Ende. Langsam gewöhnt sich mein Körper an die Tagestemperaturen von 31 Grad und die Nachttemperaturen von 24 Grad. Die Klimaanlage im Zimmer hilft hierbei natürlich.

Sri Lanka empfing mich nach einer Nacht nahezu ohne Schlaf am Donnerstag um 4.45 Uhr, 23.15 Uhr europäischer Zeit. Ich konnte trotz der Dunkelheit vor dem Flugzeugfenster meinen Körper leider nicht davon überzeugen, dass Nacht ist und wir schlafen sollten. Immerhin habe ich nun Men in Black 3, Madagaskar 3 und Prometheus gesehen (für jemanden wie mich, der zuletzt in Kino gewesen ist, als MySpace noch populär war, ist das eine große Sache). Die Einreise dauerte knapp eine Stunde, auch wenn ich selbst nur wenige Minuten am Schalter zubringen musste. Der Flughafen von Colombo (der sich vor den Toren der Stadt befindet) war schon erstaunlich belebt. Ich brauchte einige Zeit, um meinen Fahrer zu finden, der mich über zahllose Parkplätze zu seinem Kleinbus lotste. Hierbei machte ich das erste Mal Bekanntschaft mit dem Autoverkehr auf Sri Lanka, der sehr… anders ist. Der überwiegende Teil der Strecke zwischen dem Flughafen und meinem Hotel besteht immerhin aus einer Straße. Diese ist eigentlich einspurig und verfügt weder über Radweg noch Fußweg. So tummeln sich LKW, Busse, Autos, Tuk-Tuks, Motorräder, Fahrräder und Fußgänger alle zugleich auf der Fahrbahn, bisweilen in Viererreihe. Pro Fahrspur. Als wir in einer Kurve einen Kleinlaster links überholten (auf Sri Lanka herrscht Linksverkehr!) fragte ich den Fahrer, ob er viele Touristen kenne, die sich hier ein Auto mieten, da der Verkehr doch eher außergewöhnlich sei, was er lachend verneinte. Ich fühlte mich jedoch erstaunlicherweise keine Sekunde unwohl oder unsicher, das organisierte Chaos schien einfach dazuzugehören.

Gegen 7 Uhr erreichten wir mein Hotel, das mich mit einem Drink und feuchten Tüchern zum Erfrischen begrüßte. Mein Zimmer war angesichts der Uhrzeit leider noch nicht bezugsfertig, ich durfte mich jedoch mit Kaffee und dem Frühstücksbuffet über Wasser halten. Das singhalesische Essen kann man sehr vereinfacht mit den Worten „Curry mit irgendwas“ zusammenfassen. Zu jeder Tageszeit. Ich kenne keine regionale Küche, die so viel warme Speisen bereits zum Frühstück bereithält. Die landestypischen Frühstücksgerichte habe ich noch nicht ausprobiert, sondern bin bei meinen heißgeliebten Pancakes hängengeblieben. Aber ich habe ja noch einige Tage vor mir.

Um 10 Uhr durfte ich mein Zimmer beziehen, das zum Haupthaus gehört. Dieses ist maximal zweistöckig und zu den Enden einstöckig auslaufend. Ich habe ein Zimmer am Ende des Haupthauses erwischt, so dass es sich mehr nach einem Bungalow anfühlt. Wenn ich auf die Terrasse trete, stehe ich sofort im Sand und drei Schritte später am Meer. Die See ist rauh und das Ufer von Steinen gesäumt, die die laute Brandung auffangen. In der ersten Nacht war das Geräusch der wogenden See zunächst sehr ungewohnt, ich erwartete jeden Moment eine Welle in meinem Zimmer, auch wenn mein Kopf eigentlich genau weiß, dass das Wasser nicht bis zu meinem Zimmer hoch reicht. Gegen Mittag forderten der Schlafmangel und die hohe Luftfeuchtigkeit ihren Tribut, wie auch den Rest des gestrigen Tages, den ich in der Folge nahezu komplett verschlief, von einem Aufenthalt am Pool, einem Erkundungsgang und dem Abendessen einmal abgesehen.

Heute habe ich einen faulen Tag am Pool verbracht und gelesen. Zudem habe ich mir Ausflugstipps von anderen Urlaubern geben lassen und vor allem, wo man die Ausflüge buchen sollte. Der Reiseveranstalter schnitt hierbei miserabel ab, so dass ich meinen ursprünglichen Plan, die Ausflüge mit unabhängigen Touranbietern durchzuführen, beibehalten werde. Der Strand am Hotel ist öffentlich, so dass alle paar Meter Anbieter ihre Dienstleistungen offerieren, die von Massagen über Ayurveda über Bootstouren bis zu Zweitagestouren zu kulturellen Höhepunkten Sri Lankas reichen. Die Preise zeugen von der Armut des Landes. Eine Ganzkörpermassage kostet umgerechnet weniger als 13 Euro, eine Kopf- und Nackenmassage um die 4 Euro. Man wird als Tourist daher regelmäßig angesprochen, jedoch auf keine unangenehme Art und Weise. Die Singhalesen scheinen von Natur aus offen und neugierig, ohne hiernach immer gleich die Hand aufzuhalten und nach Trinkgeld zu fragen. Inzwischen glaube ich, dass nicht das Wetter die größte Umstellung darstellen wird, wenn ich nach Hause komme, sondern das Verhalten der Menschen. Trotz eines Durchschnittslohnes von 30-40 Euro pro Monat treten die Singhalesen fröhlich und freundlich jedem gegenüber, so dass ich ins Grübeln komme, ob ich mir nicht ab und zu ein „mimimi“ zukünftig verkneifen sollte.

Morgen wage ich mich in der etwas geschützten Bucht das erste Mal ins Meer und werde meinen ersten Ausflug in Angriff nehmen.

Bis dahin, ayubowan.

PS: Eigentlich sollte hier noch ein Foto hin, aber WordPress zickt gerade ein wenig.

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